Die Merle-Qualzucht

In Deutschland gibt es seit 1972 das Tierschutzgesetz. Dieses beinhaltet verschiedene Paragraphen. Darunter Paragraph 11b, der sogenannte Qualzucht-Paragraph.

 

Im ersten Absatz dieses Paragraphen geht es grob darum, das Zuchten und genetische Veränderungen verboten sind, die dafür sorgen, dass die Welpen schwere genetische Mutationen oder mit Leiden verbundene Verhaltensstörungen aufzeigen. Des weiteren sind Zuchten verboten, bei dem die Nachkommen nur unter Schmerzen und Leiden leben können oder diese beim Umgang mit Artgenossen auftreten. 

 

Im zweiten Absatz wird beschrieben, dass eine Anordnung einer Zwangskastration dieser Tiere veranlasst werden kann.

 

Was mich tatsächlich geschockt hat, war Absatz drei, der aussagt, dass die ersten Beiden Absätze nicht für wissenschaftliche Zwecke gelten.

 

Im vierten und letzten Absatz geht es dann noch darum, dass es dem Bundesministerium erlaubt ist, die in Absatz 1 genannten Qualzuchten genauer zu bestimmen und bestimmte Rassen aus der Zucht auszuschließen.

 

Das beste Beispiel für eine Zucht mit Merle-Genen ist der Australian Shepherd.

Die Merle-Färbung gibt es heutzutage bei sehr vielen Rassen. Oftmals sieht man es auch bei Rassen, die normalerweise nicht mit diesen Genen gezüchtet werden. Nehmen wir als Beispiel mal den Beagle. Die Gene sind nicht zu unterschätzen und sollten meiner Meinung nach nicht willkürlich in die Rassen eingezüchtet werden.

 

Eine der häufigsten Rassen mit dem Merle-Faktor ist der Collie oder wie in unserem Rudel der Aussie. Die normale Fellgrundfarbe ist stellenweise aufgehellt, dass ergibt die unregelmäßigen, zerrissen wirkenden Flecken in der Grundfarbe. Ebenfalls können diese Gene zu unterschiedlichen und sogar bunten Augen führen.

Das Merle-Gen gibt es beim Tigerdackel schon seit dem 18. Jahrhundert.

So jetzt wissen wir also erstmal was das Merle-Gen überhaupt ist und was im Gesetz allgemein für alle Qualzuchten jeder Rasse gibt.

Jetzt geht es konkret mit der Merle-Qualzucht weiter. Und zwar gibt es seit 02.06.1999 ein Gutachten, welches in Deutschland (sowie Österreich) die Verpaarungen von Merle x Merle verbietet.

 

Bei einer normalen Verpaarung, verpaart man einen Hund der das Gen nicht trägt, mit einem Merle-Gen-Träger, so kommen in der Theorie 50% der Welpen mit diesem Gen zu Welt und die anderen 50% ohne dieses Gen zu Welt. In der Praxis jedoch liegt der Wert der Merle farbigen Welpen oft unter den 50%. Das ist einer der Gründe, wieso einige auf die Idee kommen, eine Merle x Merle Verpaarung zuzulassen. Der zweite Grund für solche Verpaarungen ist schlicht und ergreifend die Unwissenheit.

Des weiteren ist sehr wichtig, dass man auch weiß, dass das Merle-Gen nicht in allen Fällen sofort sichtbar ist, einige Gen-Träger sehen aus, wie ein Tri-Aussie und man erkennt nicht oder ganz schlecht, dass sie die Gene besitzen. Dadurch könnte man unwissentlich zwei Merle-Träger verpaaren.

Atlanta ist ein Blacktri-Aussie, aber auch diese Farbe könnte versteckt ein Gen-Träger sein.

Wie schlimm ist so eine Verpaarung nun aber wirklich? Laut langjährigen Erfahrungswerten sprechen wir hier von rund 25% der Welpen in jedem Wurf, die betroffen sind. Da reden wir aber nicht nur von Taubheit, was schon schlimm genug wäre, sondern teilweise von Augenfehlbildungen, Organveränderungen oder sogar fehlende Organe. Außerdem sind sie oft in der Entwicklung hinter ihren Geschwistertieren zurück geblieben und sterben oft schon vor der Geschlechtsreife.

 

Natürlich sterben auch einige dieser Welpen schon vor der Geburt, also sind nicht nur noch die Nachkommen betroffen, sondern auch die Hundemama.

Bei Phoenix könnte man von dieser Perspektive meinen, er wäre ein reinerbiger Merle-Aussie.

Natürlich ist das mal ein Blogeintrag, der ein ernstes Thema anspricht, aber ich fand es ein sehr wichtiges Thema.

Ich hoffe, ihr findet ihn auch informativ.

 

Ihr könnt ja gerne mal einen Kommentar dazu unten da lassen.

Virginia ist ein Brauntiger, sie hat Dunkelbraunes Grunddeckfell und

die aufgehellten Stellen sind quasi die vom Merle-Gen beeinflussten.

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