Ein Jahr verrückte Atlanta

 

Unfassbar wie schnell so ein Welpe plötzlich schon zu einem ausgewachsenen Hund heranwächst. Kaum sind sie bei dir eingezogen, schon sind sie in der Pubertät. Als die kleine Atlanta bei uns einzog, habe ich noch nicht  geahnt, wie stark sich dieser kleine Fellhaufen einmal entwickeln würde.

 Am Anfang war die kleine Fellkugel sehr schüchtern, sogar etwas ängstlich und vor allem sehr zurückhaltend. Wenn ich sie mir heute ansehe, dann ist sie beinahe das komplette Gegenteil. Nur bei Hundebegegnungen geht sie bellend nach vorn, aus Unsicherheit heraus, aber daran arbeiten wir. In allen anderen Situationen ist sie allerdings unerschrocken und sehr selbstbewusst. Sie lässt sich von anderen Hunden nicht mehr unterdrücken, gibt auch Kontra und hat sonst meines Erachtens vor nichts und niemandem Angst. Ein Großteil haben wir dabei Phoenix zu verdanken. Er hat eine unbeschreibliche Art mit Welpen und Junghunden umzugehen, die so zärtlich und auch sehr liebevoll ist, dass er Atlanta sehr geholfen hat. 

Das erste Bild was von der kleinen Maus entstanden ist.

Unsere Beziehung allerdings war nicht von Beginn an so innig, wie sie jetzt ist. Ich behaupte, die Tage, die ich Daheim verbracht habe, haben da sehr viel dazu beigetragen. Am Anfang war diese kleine zurückhaltende Fellkugel sehr auf ihren Papa fixiert. Das ist sie auch heute noch, allerdings kann man nun nicht mehr davon sprechen, dass sie einen von uns beiden lieber hat. Genauso ist allerdings auch das Band zwischen Phoenix und seinem Papa immer inniger geworden. Wo am Anfang immer Atlanta mit ihrem Papa rumgeblödelt hat, machen sie jetzt immer zu dritt Quatsch, ganz zu meinem Leidwesen! Nein…ich liebe es, wenn meine Liebsten so viel Spaß miteinander haben. 

Als Welpe war sie einfach ein Goldstück.

Um Atlantas Entwicklung ein bisschen besser zu beschreiben, kann man das ganze in drei große Blöcke einteilen. Der erste große Block, ist ihre Welpenzeit. In dieser Zeit, war sie sehr schüchtern, ruhig und hat eigentlich gefühlt den Großteil davon verschlafen. Sie kam super zur Ruhe und war ein sehr pflegeleichter Hund, der kaum Ansprüche stellte.

Der zweite Block war der anstrengendste bisher…das Junghundalter. In dieser Zeit hätten wir sie manchmal am liebsten vor die Tür gesetzt und auch alle aus der Familie haben sich sicher gefragt, was wir uns da nur an Land gezogen haben. Sie war ein überdrehtes, quirliges Etwas, was ständig die Fußbodenleisten kaputt gefressen hat und allen auf die Nerven ging. Deshalb nennen wir sie auch heute noch „die Irre“. In dieser Phase war sie sogar draußen noch angenehmer als in der Wohnung, denn sie sprang ständig auf einen drauf oder rannte durch die ganze Wohnung und drehte dann manchmal richtig auf.

 Mit 9 Monaten allerdings kam allmählich der Übergang zum dritten Block. Sie wurde von Tag zu Tag immer erwachsener, anhänglicher (vorallem mir gegenüber) und vernünftiger. Zu dieser Zeit ahnte ich bereits, dass ihre erste Läufigkeit vor der Tür stand und so war es dann auch. Kurz bevor sie 10 Monate alt wurde, war sie dann da. Innerhalb dieser Zeit kam ein Schub der inneren Ruhe und sie wurde extrem verschmust. Nach der Läufigkeit blieben all diese Eigenschaften zum Glück, auch verschmaust blieb sie, wenn auch nicht ganz so sehr wie während der Läufigkeit und so stark wie Phoenix. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es immer mehr wird. 

Die halbstarke Atlanta konnte schon damals vor der Kamera posen.

Die Beziehung zwischen mir und Atlanta kann man mittlerweile als sehr eng und innig bezeichnen. Sie ist meine kleine sensible Prinzessin auf der Erbse, die ich vor allem Übel beschützen würde. Wenn ich sehe, wie sie mit ihren Dobby-Ohren den Kopf schief lägt, weil sie neugierig ist oder wie sie beim Tricken vor lauter Übereifer nicht weiß, was ich von ihr will, dann macht meinen Herz jedes Mal einen kleinen Hüpfer vor Freude. Sie ist ein kleines bisschen durch den Wind, eine der Eigenschaften, über die ich froh bin, dass sie sie noch behalten hat. Die Maus ist mit so einfachen Mitteln zu begeistern und glücklich zu machen. Wenn ich sie nur anschauen, kommt sie mit rotierendem Hinterteil auf mich zu gestürmt und freut sich wie ein kleines Mädchen, so das man sich einfach nur mit ihr freuen kann.

 War ich mir am Anfang doch etwas unsicher, ob wir miteinander warm werden und sie zu uns passt, so sicher bin ich mir heute, dass sie die beste Entscheidung war, die wir damals hätten treffen können.

Heute bin ich so unglaublich stolz auf meinen Donut.
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